Michael Greissel Supervisor und Coach DGSv
Fragen und Antworten zu TRIK® - Training interkultureller Kompetenz  Michael Greissel - Supervisor und Coach DGSv in Nürnberg

Sie haben sich als Diplom-Supervisor und Trainer für interkulturelle Kompetenz selbstständig gemacht. Was verstehen Sie darunter?

Supervision ist eine Beratungsform, die sich mit der Reflexion beruflicher Arbeit befaßt. Kurz gesagt geht es um berufliche Herausforderungen, Veränderungen und um Qualitätssicherung. Unser Berufsverband die Deutsche Gesellschaft für Supervision und Coaching hat bundesweit über 4000 Mitglieder und schützt die Ausbildung und Standards unserer Profession. Trainer für interkulturelle Kompetenz ist eine selbst gewählte Bezeichnung, passend zu meinem Training interkultureller Kompetenz - TRIK®. In diesem Training geht es allgemein um den Umgang mit dem Eigenen und dem Fremden. Es geht um das Spannungsfeld verschiedener Kulturen, natürlich zunächst im klassischen Sinn ethnischer Kulturen. Ich habe aber auch das Thema Diversity, also die verschiedenen "Unterschiedlichkeiten" in Organisationen wie Geschlecht, Alter, Berufs- und Organisationskulturen im Blick.

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Wofür braucht man interkulturelle Kompetenz?

TRIK® wendet sich an Mitarbeiter von Organisationen aller Art, die in ihrer Arbeit mit kultureller Vielfalt zu tun haben und kompetent damit umgehen wollen. Fast alle Berufe im sozialen Feld und Dienstleistungsberufe mit ständigen Kontakten erfordern heute interkulturelle Kompetenz. Aber auch interkulturell zusammengesetzte Teams in Wirtschaftsunternehmen, die sich nicht blockieren, sondern aus ihrer Vielfalt Gewinn schöpfen wollen, brauchen sie. Internationale Kooperationen und Auslandseinsätze in beiden Richtungen sind ein anderes Feld, in dem interkulturelle Kompetenz besonders gefragt ist.

Aktuelle Tendenzen wie neuer Nationalismus und EU-Skepsis bei gleichzeitiger Globalisierung aller Lebensbereiche zeigen die zunehmende Relevanz des kompetenten Umgangs mit dem Eigenen und dem Fremden.

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Interkulturelle Kompetenz: Glauben Sie, wir haben zu wenig davon?

Ja, auf verschiedenen Ebenen. Jeder und jede Einzelne ist in einer offenen Gesellschaft unter ständigem Entscheidungsdruck. Wenige Dinge sind durch eindeutige Konventionen geregelt und dazu ist sich Deutschland erst seit kurzem bewusst, eine multikulturelle Gesellschaft zu sein. Die interkulturelle Kompetenz des Einzelnen ist jeden Tag von Bedeutung.

Organisationen und Firmen reagieren unterschiedlich schnell und gründlich auf die neue Herausforderung aber für alle gilt: Wer zukunftsfähig sein will, muss aus ethischen und, nicht zuletzt, aus wirtschaftlichen Gründen Interesse an der verbesserten interkulturellen Kompetenz seiner MitarbeiterInnen haben.

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Was erfahren die Teilnehmer Ihrer Trainings?

Training allgemein vermittelt, im Gegensatz zu Fortbildung, nicht "nur" Wissen, sondern ermöglicht Erfahrungen. Das greift tiefer und führt zu Kompetenzen für das Handeln in interkulturellen Situationen. Das Ziel ist eine respektvolle Haltung gegenüber dem Eigenen und dem, im wörtlichen Sinn Fremden. Es werden keine einfachen Regeln gegeben, auch wenn das zu Beginn des Trainings oft erwartet wird. Immer geht interkultureller Kompetenzerwerb mit einer emotionalen Labilisierung (Erpenbeck) einher. Diesem Prozess einen geschützten Rahmen zu geben ist meine Expertise als Supervisor.

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Haben Sie den Umgang mit Geflüchteten im Blick?

In Stadtverwaltungen und in Unternehmen hat der Zuzug von Geflüchteten viel verändert. Sie sind bei allen Behörden als Klientel angekommen und gehören, angesichts des Fachkräftemangels zu einer wichtigen Zielgruppe für die Personalgewinnung von Unternehmen. Die große Vielfalt dieser Gruppe lädt dazu ein Stereotype zu reflektieren und anhand konkreter Situationen interkulturelle Kompetenz zu entwickeln.

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Sie haben Ihr Training interkultureller Kompetenz TRIK® als Marke angemeldet. Was ist daran so neu, dass es diesen Schritt rechtfertigt?

TRIK® ist ein wirklich neuartiges Training. Bisherige Trainings interkultureller Kommunikation und die zugrunde liegenden Konzepte gingen von Kulturstandards aus, die das Verhalten des Einzelnen in einer (National-) Kultur bestimmen. Es gab zwar eine Tendenz zur Differenzierung, aber der Gedanke einer bestimmenden Nationalkultur wurde meist nicht aufgegeben. TRIK® dagegen ist ein Konzept, das seine Wurzeln auch in meiner Profession als Supervisor hat. Supervision arbeitet mit Erfahrungen in konkreten Situationen, reflektiert sehr genau die ganze Fülle von Wahrnehmungen und Emotionalität und stößt Lernprozesse auch für den Umgang mit neuen Situationen an. Diese Struktur nimmt TRIK® auf. TRIK® bezieht sich auf die interkulturellen Erfahrungen der Trainingsteilnehmer und nutzt die bereits erworbenen interkulturellen Kompetenzen.

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Sie lehnen also den traditionellen Begriff der Kultur ab?

Ich setze im Training einen anderen dagegen. Für mich ist Kultur das Wissen um die Unterschiedlichkeit, die Diversität. Die Haltung und Sicherheit, dass gutes Kommunizieren und Handeln auch und gerade ohne die zuvor hergestellte Gleichheit auskommt.

Auch das Credo traditioneller Trainings: "Du bist zwar anders, aber ich weiß, wie du bist und deshalb kann ich mit dir kommunizieren!" ist eine Scheinsicherheit.

Die moderne, globalisierte Welt zeichnet sich durch eine schier unendliche Vielfalt von diversen Kulturen aus. Lebensweisen werden neu kreiert und vermischen sich. Traditionell verlässliche Muster wie Berufswelten, Hierarchien, Organisationen, Generationen, soziales Geschlecht (Gender), sexuelle Orientierung, Familienbilder, und eben nationale Kulturen brechen auf. Menschen kommunizieren ohne Beschränkung durch früher "sichere" Grenzen und machen Erfahrungen.

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Wie können Sie etwas trainieren, von dem Sie ja sagen, dass es schier unendlich vielfältig ist: Kultur

TRIK® zielt auf interkulturelle Kompetenz, also auf den jeweils verbesserten Umgang mit Vielfalt. Statt das Wissen, was die andere Kultur ausmacht, ich halte das nämlich für einen Irrweg, trainiere ich Wahrnehmung von Differenz im weiten Sinn und die Fähigkeit trotz der "kulturellen Unsicherheit" handlungsfähig zu bleiben. Die Quelle der interkulturellen Kompetenz ist nicht das Spannungsfeld zwischen der (National)-Kultur A und der (National)-Kultur B, sondern das sehr individuelle Spannungsfeld des Eigenen und des Fremden. Und ich gehe noch weiter: Das Fremde wird prinzipiell fremd bleiben, ich werde es nicht im Detail, in allen Facetten begreifen können. Es bietet mir aber die Möglichkeit das Eigene im Spiegel des Fremden immer besser verstehen zu können. Handlungsfähig bin ich dann immer und zwar mit der klareren Erkenntnis des Eigenen und einem wohl distanzierten und damit sehr respektvollem Blick auf das Fremde.

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Setzt interkulturelle Kompetenz nicht eine Menge Erfahrung voraus?

Erfahrung und Reflexionsfähigkeit – und das trainiert TRIK®. Ich setze an den sehr persönlichen Erfahrungen des Einzelnen mit dem Eigenen und dem Fremden an. Jeder lebt ja in einem interkulturellen Kontext mit Männern und Frauen, Älteren und Jüngeren, Inländern und Ausländern, Nord-, Süd- und Ostdeutschen, etc. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer entwickeln in einem Reflexionsprozess Kategorien für das Verständnis von Unterschieden, etwa unterschiedliche Konzepte von Zeit, Autorität, Umgang mit Natur oder Vertrauen. Ich belasse es aber bei der Reflexion und dem Extrahieren von Kategorien. Den Schluss, den viele interkulturelle Trainer ziehen, die Übertragung der Kategorien auf ganze Kulturen ziehe ich nicht. Ich finde das auch nicht notwendig, sondern sogar hinderlich. In jeder interkulturellen Situation genau wahrzunehmen, Hypothesen zu haben und zu überprüfen, die Spannung zwischen dem Eigenen und dem Fremden produktiv und kreativ zu gestalten, halte ich für den Kern einer modernen interkulturellen Kompetenz in Zeiten fortgeschrittener Globalisierung.

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Wie können Sie den Erfolg von TRIK® garantieren?

Ich verspreche nicht, dass TrainingsteilnehmerInnen in Zukunft vor den gefürchteten interkulturellen Fettnäpfchen sicher sind. Im Gegenteil, sie werden Fehler machen und Konflikte aushalten müssen. Aber Fehler und Konflikte werden kreative Elemente des interkulturellen Prozesses sein. Hier wird gelernt werden, hier werden Strukturen wie Macht und Nähe/Distanz sichtbar und ansprechbar. Und ganz wichtig: Hier wird das kreative Potenzial von Diversität in einem Team oder einer Organisation ausgeschöpft werden. Diesen zentralen Gewinn kann ich meinen Auftraggebern auf dem hoch differenzierten und sich rasend wandelndem Markt versprechen.

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Gibt es ein(en:-) universellen TRIK® für alle?

TRIK® hat den Vorteil, nicht nur für bestimmte bilaterale Felder einsetzbar zu sein. So können auch Menschen, die für Kooperationen mit verschiedenen "Kulturen" vorbereitet bzw. begleitet werden sollen, gemeinsam trainiert werden. Maßgeschneidert für bestimmte Zielgruppen und Einsatzfelder halte ich allerdings verschiedene Grundmodule bereit, die dem jeweiligen Auftrag angepasst werden:

  • TRIK-Awareness-Training® für Fach- und Führungskräfte, die ihre Wahrnehmungsfähigkeit und interkulturelle Kompetenz in beruflichen Alltagssituationen verbessern möchten.
  • TRIK-Diversity-Training® für Fach- und Führungskräfte, die in Projekten oder neuen Einsatzgebieten, im In- oder Ausland, ihre interkulturelle Kompetenz als Basis des Umgangs mit Diversität ausbauen möchten.
  • TRIK-Kommunikations-Training® für Fachkräfte, die ihre bisher erworbene interkulturelle Kompetenz durch mehr Reflektiertheit steigern möchten.
  • TRIK-Interkultureller-Dialog® für interkulturell zusammengesetzte Teams, die durch Einführung einer neuen Kommunikationsform die interkulturelle Kompetenz des Einzelnen und die Kooperation und Effizienz des Teams steigern möchten.
  • TRIK-Coaching® für Führungskräfte, die interkulturelle Situationen im Spannungsfeld des Eigenen und des Fremden reflektieren und die professionelle Qualität und Balanciertheit ihrer Arbeit weiter ausbauen möchten.
  • TRIK-Konferenzen® und TRIK-Workshops® richten sich an Organisationen, die ihre interkulturellen Kommunikationsplattformen optimieren wollen.
  • TRIK-Kulturspezifisches-Training-Türkei® für Fach- und Führungskräfte, die eng mit türkischen Organisationen und Firmen kooperieren oder in die Türkei entsandt werden. Ziel des Trainings ist eine erweiterte interkulturelle Kompetenz auf Basis einer differenzierten Wahrnehmung der eigenen und fremden Anteile in beruflichen Situationen. Diese differenzierte Wahrnehmung hilft stereotype Muster abzubauen und sie durch situationsadäquates Handeln zu ersetzen.

TRIK®-Trainings-Module beanspruchen, je nach Auftrag ein bis zwei Trainingstage und sind frei kombinierbar. TRIK-Interkultureller-Dialog® und TRIK-Coaching® sind länger andauernde Prozesse, deren Ort, Teilnehmerzahl, Frequenz und Dauer den Bedürfnissen angepasst werden kann.

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Können Sie Referenzen für TRIK® vorweisen?

Als Referenz kann ich meine über 30-jährige Erfahrung in der interkulturellen Arbeit, meine Tätigkeit als Abteilungsleiter an einem Gymnasium in Ankara und folgende TRIK®-Auftraggeber nennen: Deutscher Volkshochschulverband, Institut für Auslandsbeziehungen - ifa, Landeshauptstadt Hannover, Landeshauptstadt München, cross culture academy, Deutsche Bank AG, Deutsche Börse AG, Stadt Erlangen, Haufe-Akademie, Daimler AG, Mercedes Benz Türk, Landkreis Roth, Stadt Nürnberg, IHK Nürnberg, Siemens AG.

Die Qualität meiner Arbeit wird durch die Mitgliedschaft in der Deutschen Gesellschaft für Supervision und Coaching, DGSv und die Teilnahme an ihrem Qualitätsverfahren dokumentiert.

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